Wer ein bereits bestehendes Online Konto auflösen möchte, der kann dies durch die Kündigung in der von der Bank oder dem Finanzinstitut geforderten Form meist auch ohne Einhaltung von Kündigungsfristen tun.

Es ist angeraten, vor dem Kündigen des Kontos ein neues Onlinekonto zu eröffnen, damit der bargeldlose Zahlungsverkehr reibungslos übergeleitet werden kann.

Art, Formvorschriften und Fristen bei der Kündigung von Onlinekonten

Ein modernes Online Konto mit großer Flexibilität verzichtet auf Kündigungsfristen. Dennoch sollte der Kontoinhaber prüfen, ob für die Auflösung des aktuellen Online Kontos bestimmte Kündigungsfristen einzuhalten sind. Die Art, auf welchem Weg die Kündigung erfolgen kann, ist von Bank zu Bank verschieden. Die Mehrzahl der Institute fordert die schriftliche Kündigung, die bei reinen Direktbanken auf dem Postweg übermittelt wird, bei Online-Banken mit Filialen ist auch die Abgabe der schriftlichen Kündigung vor Ort möglich. Einige Banken erlauben die Kündigung per Telefon oder E-Mail bzw. über ein bereitgestelltes Online-Formular. In diesen Fällen sollte sich der Kontoinhaber die Auflösung schriftlich bestätigen lassen. Bei der schriftlichen Kündigung finden sich keine expliziten Formvorschriften, um das Online Konto aufzulösen. Allgemeine Vorlagen stehen im Internet zahlreich zur Verfügung. Das Kündigungsschreiben sollte die wichtigen Kontodaten enthalten (Kontoinhaber, Kontonummer) ebenso wie den Ausspruch der Kündigung zum gewünschten Zeitpunkt (sofort bzw. unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist).

Besondere Voraussetzungen

Handelt es sich beim Online Konto um ein Girokonto mit Dispokredit oder ein Kreditkartenkonto, so dürfen keine Sollbeträge zum Zeitpunkt der Kündigung mehr bestehen. Ein solches Online Konto kann nur aufgelöst werden, wenn es ausgeglichen ist.

Eine weitere besondere Voraussetzung findet sich bei einem Online Konto als Gemeinschaftskonto. Sowohl bei einem Und- als auch bei einem Oder-Konto müssen alle Kontoinhaber der Kündigung zustimmen. Zu beachten ist darüber hinaus bei einem Oder-Konto, dass die jeweiligen Kontoinhaber auch berechtigt sind, andere Kontoinhaber aus dem gemeinsamen Konto ohne deren Zustimmung zu entfernen. Ist dies bereits geschehen, bevor der noch berechtigte Kontoinhaber das Online Konto auflösen möchte, so kann er das Online Konto auch alleine kündigen.

Für die Schulden, die auf einem Gemeinschaftskonto entstehen, haften ebenfalls bei beiden Formen des Gemeinschaftskontos alle Kontoinhaber gleichermaßen gegenüber der Bank. Weiterhin sollten bei einem Gemeinschaftskonto auch die Modalitäten nach der Auflösung, wie Verteilung von Guthaben, im Vorfeld geklärt sein, denn die Praxis zeigt immer wieder auf, dass es hier gerade bei Ehepartnern, die sich trennen, zu Problemen kommt.

Online Girokonto auflösen im Todesfall

Verstirbt der Kontoinhaber, so können Erbberechtigte das Konto anstelle des Kontoinhabers auflösen, wenn sie der Bank die Erbberechtigung nachweisen. Dies geschieht entweder durch Vorlage eines Erbscheines oder eines notariellen beglaubigten Testamentes. Meist wird auch die Sterbeurkunde des Kontoinhabers als Beleg gefordert. Besitzt ein Dritter, z.B. ein Angehöriger, eine Kontovollmacht über den Tod hinaus, so ist er ebenfalls berechtigt, das Konto aufzulösen. Diese Kontovollmacht ist zu unterscheiden von einem Gemeinschaftskonto. Stirbt einer der gemeinschaftlichen Kontoinhaber, so rücken an dessen Stelle nicht automatisch die anderen Kontoinhaber, sondern mitunter zunächst die Erben.

Vor der Auflösung: Neues Online Konto eröffnen

Ein Online Konto auflösen von heute auf morgen ist zwar möglich, aber nicht intelligent, denn was passiert dann mit den eingehenden Zahlungen, den Lastschriften und Daueraufträgen? Um einen nahtlosen Übergang aller Kontotransaktionen zu gewährleisten, ist zunächst ein neues Konto zu eröffnen. Auf dieses Konto wird ein Deckungsbetrag überwiesen, der für monatliche Abbuchungen zur Verfügung steht. Dann sollten alle Stellen (Arbeitgeber, Vermieter, Energieversorger, Telefongesellschaft, Steuerbehörde, etc.), die Geldleistungen auf das Konto überweisen oder vom Konto abbuchen, über den Wechsel informiert werden. Lastschriften und Daueraufträge müssen umgestellt werden, was so früh wie möglich in die Wege geleitet werden sollte. Im besten Fall laufen bestehendes und neues Konto einen Monat lang parallel, bevor das bestehende Online Konto gekündigt wird. Wenn ein neues Online Konto mit Guthabenverzinsung (auch Tagesgeldkonto) eröffnet wird, ist an einen neuen Freistellungsauftrag für die Abgeltungssteuer zu denken.